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Pressemitteilungen (Archiv)

Mittwoch, 01. Juli 2009: Making of 100% Seemannsgarn

Hamburg, Hafen, Maritimes & Matrosen... Na gut, letztere sieht man heutzutage eher nur noch zum Hafengeburtstag oder auf dem CSD. Doch es gibt seit kurzem die Möglichkeit, sich ganz individuell zumindest ein wenig maritim zu kleiden und man muss dafür nicht einmal ein Vermögen ausgeben. An den Landungsbrücken befindet sich nämlich das „Klitzekleine Kaufhaus der Künstler“. Diesen im Sommer 2006 gegründeten und bald darauf in die Ditmar-Koel-Strasse ganz nahe der Landungsbrücken vor Anker gelegenem Laden gibt es seitdem von Künstlerhand gefertigte Unikate. Zu den Rennern entwickelten sich vor allem die verschiedenen Kollektionen „Compliment Fishing Company“, wo sich Fische verschiedenster Arten auf T-Shirts, Longsleeves oder auch Tassen und Kissen tummeln oder die „Maschinisten“ Kollektion, bei der weiße Kleidungsstücke mit schwarzer Stofffarbe verschmiert sind. Auch hier geschieht dieses in Handarbeit und somit ist auch jedes einzelne Teil einzigartig.

Nun hat sich der Künstler Frank Bürmann – umtriebig wie er ist – eine neue Kollektion ausgedacht. Sie nennt sich „100% Seemannsgarn“. Unser Redakteur Ingo hat sich einmal angeschaut, wie diese Shirts entstehen. Wie er namlich vom Künstler erfahren hat, glauben nach wie vor viele Kunden nicht, dass wirklich alles in Handarbeit entsteht. Doch genau so ist es. Da kann es auch schon mal passieren, dass Frank Bürmann eine gerade gehörte Geschichte über angriffslustige Kraken verwendet, um mal eben in Windeseile auf ein T-Shirt statt eines Fisches eine Krake aufzubringen. Wir wollen daher einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen und Frank Bürmann über die Schulter schauen.

Das Herz der neuen Produktion ist eine alte Holzdruckmaschine. Wie diese funktioniert, erschließt sich einem beim ersten Blick allerdings noch nicht. Für diese hat Frank Bürmann selbst geschnitzte Holzstempel und den von ihm erfundenen Unikateur in verschiedenen Größen und Formen hergestellt. Was benötigt der Künstler noch für seine Produktion? Zunächst einmal natürlich das jeweilige Kleidungsstück. Hier kommen wieder weiße Kleidungsstücke zur Verarbeitung. Übrigens sind das nicht irgendwelche T-Shirts, sondern sie stammen immerhin von Labels wie American Apparel. Sowieso legt das Klitzekleine Kaufhaus Wert auf Qualität.

Nun wird dieses T-Shirt in die Druckmaschine gelegt. Allein schon dadurch, dass beispielsweise die Ärmel anders eingeknickt werden oder je nachdem, auf welcher Höhe das Shirt liegt, entsteht später die Einzigartigkeit jedes einzelnen Teiles. Im nächsten Schritt werden die jeweils verwendeten Stempel mit Textilfarbe eingestrichen. Hierbei handelt es sich für die verschiedenen Streifen um ein schickes Blau. Diese eingefärbten Holtstempel werden dann auf das T-Shirt gelegt und anschließend kommt die Druckmaschine zum Einsatz, Nun wird mir purer Manneskraft völlig ohne technische Unterstützung Gewicht auf die Holzstempel und somit natürlich auch auf das T-Shirt gebracht. Ehe man sich versieht, ist wieder ein neues Teil dieser Kollektion entstanden. Diese gigantische Holzdruckmaschine druckt so präzise, dass kein Teil dem anderen gleicht. Für echte Seemänner und –frauen und solche, die es mal werden sollen. Ein echter Hingucker.

Dabei gibt es nicht nur due verschiedenen Streifenvarianten, sondern auch Abwandlungen nur mit einem Anker als Muster oder auch beide Varianten kombiniert.

Wenn man Glück hat, kann man Frank Bürmann sogar bei der Arbeit direkt im kleinen Kaufhaus erleben. Manchmal kann es auch passieren, dass sich Frank in sein Atelier zurückzieht um dann mal eben eine 50-Meter-Bahn Stoff per Hand mit Streifen zu versehen und anschließend aus diesem Stoff ausgesprochen schicke Taschen herzustellen.

Natürlich ist er kein Ein-Mann-Betrieb, sondern er hat auch Unterstützung. Allen voran die gute Seele des Geschäfts, die Designerin Jutta von Perfall, die sich um Design, Produktion, Marketing und Vertrieb kümmert. Doch auch das weitere Personal ist immer sehr zuvorkommend und ausgesprochen hilfsbereit.

Dadurch, dass die Kollektion so bunt gemischt sind, ist es auch das Publikum. Sie kommen mit dem Dreirad, werden auf dem Arm getragen oder lassen sich vom Chauffeur im Rolls Royce vorfahren. Aber nicht nur Hamburger lieben dieses „Made in Hamburg“ – fast aus der ganzen Welt kommen Kunden um etwas von Hamburg mitzunehmen. Und auch für Hamburger sind unsere Produkte eine beliebte Exportware, das es wirklich nur in diesem Laden und im angeschlossenen Internet-Kaufhäuschen gibt. Und vor allem: Es ist alles tatsächlich „Handmade in Hamburg“.